JENAINNOVATION startet mit großem Zuspruch

Mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung hat sich JENAINNOVATION am vergangenen Mittwoch erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Rund 150 Gäste folgten der Einladung der Friedrich-Schiller-Universität Jena, des Universitätsklinikums Jena und der Ernst-Abbe-Hochschule Jena und kamen im Veranstaltungsraum im Dachgeschoss des JenTowers zusammen.

Staatssekretär Suckert betont Jenas besondere Rolle

An der Eröffnung nahm auch Staatssekretär Mario Suckert aus dem Thüringer Wirtschaftsministerium teil. In seinem Grußwort betonte er den tiefgreifenden Transformationsprozess der Thüringer Wirtschaft, der ohne Innovation nicht zu bewältigen sei: »Mich treibt schon lange die Frage um, wie wir den Transfer aus den Thüringer Hochschulen stärken können. JENAINNOVATION ist der Baustein, der in Thüringen bislang gefehlt hat. Jena ist ein in Deutschland einzigartiges Biotop der Hochtechnologien – mit geballtem Wissen, kurzen Wegen und vereinten Kräften, die wir nutzen sollten.«

Staatssekretär Mario Suckert lobte JENAINNOVATION als Baustein, der in Thüringen noch gefehlt habe. Foto: Anna Perepechai

Dass es trotz dieser günstigen Voraussetzungen auch Herausforderungen gibt, machte Ede Möser, Leiter von JENAINNOVATION, in seiner Eröffnungsrede deutlich: »Jena ist ein Ort, an dem vieles vorhanden ist, was Innovation braucht. Gleichzeitig zeigt sich aber auch: Gute Forschung allein garantiert noch keine Anwendung oder gesellschaftliche Wirkung.« Genau hier setze JENAINNOVATION an. Man wolle Transfer früher, systematischer und gemeinschaftlicher denken. Ein sichtbares Zeichen dafür sei das Bündnis der drei größten Jenaer Forschungseinrichtungen, die das Vorhaben gemeinsam tragen.

Ede Möser, Leiter von JENAINNOVATION, sprach in seiner Eröffnungsrede von den Herausforderungen des Transfers aus der Wissenschaft. Foto: Anna Perepechai

Hochschulen unterstreichen Bedeutung des Transfers

Vertreter:innen aller drei Trägerinstitutionen hoben in ihren Grußworten hervor, welche Perspektiven sie in die Initiative einbringen:

Die vorläufige Leiterin der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, Prof. Dr. Kristin Mitte, beschrieb die Herausforderungen des Transfers: »Was in den Laboren passiert und was in der Realität ankommt, liegt manchmal weit auseinander. Manches funktioniert in der Versuchsumgebung gut, bewährt sich aber unter realen Bedingungen nicht.« Transfer sei deshalb seit jeher Teil des Selbstverständnisses der Hochschule: »Um Bedarfe zu erkennen, setzen wir oft am hinteren Ende an und fragen: Wie kann etwas in der Realität funktionieren – und was wird dort tatsächlich gebraucht?«

Auch das Universitätsklinikum Jena bringe dafür besondere Voraussetzungen mit, betonte Prof. Dr. Thomas Kamradt, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan der Medizinischen Fakultät: »Medizinische Forschung ist auf Fortschritte für die Versorgung der Patienten ausgerichtet und umfasst das ganze Spektrum von der Grundlagenforschung bis zur Versorgungsforschung. Ohne Grundlagenforschung gäbe es keine neuen Therapien. Für uns zählen daher nicht nur wissenschaftliche Veröffentlichungen – die Erkenntnisse unserer Forschung müssen am Ende in der Versorgung ankommen.«

Prof. Dr. Thomas Pertsch, Vizepräsident für Forschung und Innovation an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, hob die strategische Bedeutung der Initiative hervor: »Die Universität Jena will mehr Verantwortung für ihr Handeln in der Region übernehmen und den Impact unserer Forschung noch stärker in die Entwicklung der Region einfließen lassen – und das nicht allein. JENAINNOVATION steht für die Vernetzung der wichtigen Partner in unserem Netzwerk. Wir laden alle ein, dieses Vorhaben in den kommenden Jahren mitzugestalten.«

Prof. Dr. Thomas Pertsch, Prof. Dr. Thomas Kamradt und Prof. Dr. Kristin Mitte (v.l.) vertraten die Leitungsebene der drei Trägerinstitutionen. Foto: Anna Perepechai

Welche Angebote künftig von JENAINNOVATION ausgehen, erläuterte Ede Möser im weiteren Verlauf: Im Zentrum stehen wissenschaftsnahe Innovation Scouts, die sowohl Forschungsexpertise als auch Praxis- und Transfererfahrung mitbringen. »Sie identifizieren und bewerten frühzeitig vielversprechende Ideen, unterstützen bei ihrer Strukturierung und bringen relevante Perspektiven zusammen«, so Möser. Ergänzt wird das Angebot durch Fördermittel unterschiedlicher Höhe, die niedrigschwellig beantragt werden können, sowie durch Vernetzungs-, Coaching- und Bildungsformate. Möglich werde all dies durch die Förderung der Carl-Zeiss-Stiftung, die neben finanziellen Mitteln auch strategischen Freiraum eröffne. 

Carl-Zeiss-Stiftung setzt auf gesellschaftliche Wirkung

Die Carl-Zeiss-Stiftung unterstützt die Initiative in den ersten drei Jahren mit insgesamt drei Millionen Euro. Anna Müller-Trimbusch, Leiterin des Bereichs Förderung, knüpfte in ihrer Ansprache an die historischen Wurzeln des Standorts an und verwies auf die Zusammenarbeit von Otto Schott, Carl Zeiss und Ernst Abbe im späten 19. Jahrhundert. Schon damals habe sich gezeigt, wie durch Kooperation marktfähige Technologien entstehen, die weit über die Region hinaus wirken. Entscheidend sei dabei die Verbindung von Innovation und Gemeinwohl: »Echte Innovation endet nicht bei Produkten – sie wirkt auf Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zugleich.«

Anna Müller-Trimbusch betonte in ihrem Grußwort die gesamtgesellschaftliche Wirkung von Innovationen aus der Wissenschaft. Foto: Anna Perepechai

JENAINNOVATION ist die übergreifende Initiative für Innovation und Wissenstransfer in Jena. Sie unterstützt Forschende und Teams dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Anwendungen und gesellschaftliche Wirkung zu überführen. Dazu werden Innovationsprozesse von der ersten Idee bis zur Umsetzung begleitet und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und weiteren gesellschaftlichen Partnern gestärkt. Ziel ist es, Jena als führende Innovationsregion zu profilieren.
JENAINNOVATION wird getragen von der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Ernst-Abbe-Hochschule Jena und dem Universitätsklinikum Jena und durch die Carl-Zeiss-Stiftung gefördert.

Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert Wissenschaft und Lehre in den MINT-Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Als Partnerin exzellenter Wissenschaft ermöglicht sie Freiräume für Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung. Die Stiftung wurde 1889 von Ernst Abbe in Jena gegründet und ist heute eine der ältesten und größten privaten wissenschaftsfördernden Stiftungen in Deutschland. Sie ist alleinige Eigentümerin der Carl Zeiss AG und der SCHOTT AG. Ihre Fördertätigkeit wird aus den Dividendenausschüttungen der beiden Stiftungsunternehmen finanziert.