Junge Talente aus Optik und Photonik erproben den Weg zum Startup

Wie lässt sich aus einer Idee aus der Optik- und Photonikforschung ein tragfähiger Business Case entwickeln? Beim gemeinsamen Workshop von JENAINNOVATION und boOst arbeiteten zwölf Teilnehmende, von Masterstudierenden und Doktorand:innen bis zu Startup-Co-Foundern, an dieser Frage. In zwei Tagen entwickelten sie reale oder fiktive Gründungsideen von der Ideenfindung bis zum Pitch und setzten sich mit zentralen Fragen von Deep-Tech-Startups auseinander.

In den Räumen des StartUpLabs der Ernst-Abbe-Hochschule stand dabei das modellhafte Durchlaufen eines Startup-Entwicklungsprozesses im Mittelpunkt. In interaktiven Sessions entwickelten die Teilnehmenden ihre Business Cases schrittweise weiter und präsentierten sie zum Abschluss den anderen Teilnehmenden. Dabei entstanden unterschiedliche Ansätze, um nicht nur die Technologie, sondern vor allem ihren möglichen Nutzen zu vermitteln.

Ergänzt wurde die Arbeit an den eigenen Ideen durch kompakte Inputs von Felix Hagleitner, Geschäftsführer der boOst Startup-Factory. Dazu gehörten grundlegende Zahlen und Fakten zu Startups ebenso wie typische Entwicklungsphasen und typische Gründe für das Scheitern junger Unternehmen.

Auch die herausfordernde Finanzierung von Startups war Teil des Workshops. Die Gruppe diskutierte, warum Venture-Capital-Gebende nach sogenannten »Moonshots« mit großem Wachstumspotenzial suchen und welche Erwartungen sich daraus an Startups ergeben. Für die Frühphase ging es zudem um verfügbare Zuschüsse und die Frage, wie sich unterschiedliche Förderinstrumente kombinieren lassen.

Gründer teilen Erfahrungen aus der Praxis

Konkrete Einblicke in den Aufbau von Deep-Tech-Startups gaben Benedict Diederich, Gründer von openUC2, und Stefan Ferdinand Müller, Gründer der Ferroelectric Memory Society. Diederich berichtete darüber, wie sich Open-Source-Technologie und Startup-Gründung miteinander verbinden lassen. In der anschließenden Fragerunde diskutierten die Teilnehmenden die praktischen Konsequenzen dieses Ansatzes.

Stefan Ferdinand Müller zeichnete den Weg von seiner ersten Idee aus der Forschung über den Teamaufbau bis zu verschiedenen Finanzierungsrunden nach, darunter EXIST-Forschungstransfer und später Venture Capital. Eine seiner zentralen Botschaften: Beim Aufbau eines Teams stärker auf das eigene Bauchgefühl als auf externe Einschätzungen vertrauen und auf die eigene Lernfähigkeit setzen. Ebenso wichtig sei die Rolle der Gründer selbst als Treiber einer Idee. Dranzubleiben lohne sich trotz aller Herausforderungen.

Diskutiert wurde außerdem der Umgang mit geistigem Eigentum bei universitären Ausgründungen. Dabei sorgten insbesondere die gründungsfreundlichen Rahmenbedingungen der Friedrich-Schiller-Universität Jena für Aufmerksamkeit. Felix Hagleitner lobte nach dem Workshop: »Wir sind begeistert, welche starken Talente JENAINNOVATION erreicht. Durch die fokussierte Zielgruppe konnten die Teilnehmenden thematisch tiefgründig brainstormen und diskutieren«.

boOst ist die Startup Factory für technologie- und forschungsbasierte Gründungen in Mitteldeutschland. Gemeinsam mit Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Industriepartnern und Investoren baut boOst ein international sichtbares Deep-Tech-Startup-Ökosystem in Sachsen und Thüringen auf. Als eine von zehn im EXIST-Leuchtturmwettbewerb „Startup Factories“ des Bundes ausgewählten Initiativen unterstützt boOst Talente und Gründungsteams dabei, wissenschaftliche Innovationen in marktfähige, skalierbare Unternehmen zu überführen.